Lektion 2 - Pflanzen Darstellen![]() ![]() ![]() ![]() ![]() (5,1) 7 Bewertungenvon Sylvia Kriese aus Zeitz O.T. Kayna (alle Beiträge von Sylvia) Bevor wir uns ganzen Landschaften widmen, wollen wir damit beginnen, Pflanzen in ihrer Struktur und in ihrem Aufbau zu verstehen. In dieser Lektion lernen Sie die Grundlagen des Darstellens und Zeichnens. Was sind die ersten Schritte, um die Details einer Blume zu erfassen? Wodurch erscheint ein Baum in verschiedenen Farbnuancen? Ein Lebewesen, wie auch ein Objekt, besteht optisch gesehen aus dem Zusammenspiel vieler Komponenten. Farbe wirkt nicht nur an sich. Sie lebt von dem Zusammenspiel aus Licht und Schatten, Raum, bzw. Form und Struktur der Oberfläche. Wir setzten uns in diesen Übungen mit unserer Umwelt auseinander. Investieren Sie ausreichen Zeit in die Studien und Sie werden herausfinden, wo Ihre Grenzen liegen. Scheuen Sie nicht, verschiedene Arbeitsmittel zu verwenden. Die Erfahrung wird Sie bereichern. Räumliche Übertragung Als Erstes stellen wir uns vor, die Pflanze durch eine Scheibe zu betrachten. Diese imaginäre Oberfläche (auch Bildebene genannt), steht im rechten Winkel zwischen uns und dem Objekt, welches wir zeichnen. Umlaufen wir einen Baum können wir seine dreidimensionalen Eigenschaften beobachten. Beim Zeichnen allerdings, muss es uns gelingen das Gesehene auf zwei Dimensionen zu reduzieren und festzuhalten. ![]() Es gilt folgendes für unsere Zeichnungen: Vertikale (A) und horizontale (B) Richtungen bleiben konstant und werden gleichwertig zueinander behandelt. Die Tiefe jedoch, (C) erscheint verkürzt. Sie werden so gezeichnet, dass sie hervorstehen oder zurücktretend erscheinen. Raum und Entfernung Obwohl es für uns offensichtlich ist, in welcher Entfernung sich beobachtete Gegenstände befinden, müssen wir es erst einmal schaffen, dies korrekt auf das Blatt zu bringen. Wir wissen, dass weiter entfernte Dinge kleiner wirken und näherstehende Dinge größer. Ein übliches Mittel der Zeichner ist es, das Gesehene zu messen. Betrachten Sie dazu folgende Grafik: ![]() Mit lang gestrecktem Arm vergleichen wir den betrachteten Gegenstand mit unserem Bleistift. Setzten Sie Ihren Daumen an der Stelle an, wo sich Ihrem Blick nach, das untere Ende des Objektes befindet. Bewegen Sie Ihre Hand zum Zeichenpapier. Und markieren Sie mit einem lockeren Strich den Abstand. Tun Sie dies nun auch für die anderen Ausbreitungsrichtungen des Objektes (Breite und Tiefe). Scheuen Sie sich nicht diese Technik anzuwenden. Gerade in der Natur sind Sie mit sich alleine und dürfen alles ausprobieren, was beim Darstellen hilft. Üben Sie das Darstellen der Wirklichkeit Suchen Sie sich eine Pflanze oder einen Blumenstrauß in Ihrer Nähe. Zeichen Sie von schräg oben oder ganz von der Seite. Nehmen Sie sich viel Zeit für diese Aufgabe. Sie können genau auf Details achten und mit dem Bleistift experimentieren. Mit unterschiedlichen Strichstärken lassen sich Richtungs- und Strukturänderungen darstellen. ![]() In der nächsten Übung erschließen wir den Zusammenhang zwischen Draufsicht und Seitenansicht. Zeichnen Sie nun das vorhin gewählte Motiv von oben (Draufsicht). Beachten Sie dabei die Neigungen von Blättern und Blütenständen. Beachten Sie, dass jedes Blatt eine ähnliche Form hat und sich vom Mittelpunkt wegzieht. Mit dem senkrechten Blick auf die Dinge werden Ihnen die Zusammenhänge der Dreidimensionalität klar. Können Sie alle Blätter einander zuordnen? ![]() Abstraktion und Raum Die Röhrenwirkung Äste und Stiele sind in ihrem Querschnitt kreisförmig. Da die Oberfläche also rund gekrümmt ist, und sich an den Seiten vom Betrachter entfernt, scheinen die Punkte auf der Oberfläche näher zusammenzurücken, je weiter sie am Rand liegen (dazu, folgendes Schema). ![]() Wie wir aus der Draufsicht (oben) erkennen, sind die Punkte A, B, C, D und E gleichweit voneinander entfernt. In der Seitenansicht (unten) scheinen sie hingegen am Rand zusammenzurutschen. Die Seitenansicht ist auch die Form, in der Sie typischerweise zeichnen, egal ob es sich um eine Pflanze oder ein Landschaft handelt. Übung zur Abstraktion Um Neigungen und Richtungen besser zu verstehen, denken wir uns den Gegenstand für den folgenden Schritt in Röhren. Man ‚zersägt‘ quasi den Stengel in Einzelteile und macht ein Blatt zu einem Rechteck, eine Blüte zu einem Zylinder. Probieren Sie zunächst den Kreis wie im unten gezeigten Bild (rechts) in verschiedenen Neigungen aufzuzeichnen. Erst steht er ganz horizontal, dann neigt er sich, so dass der Umfang zu einer Ellipse wird. Zeichnen Sie die Pflanze so, als wäre Sie in kleine Teile zerlegt. ![]() Machen Sie die gleiche Abstraktion mit der vorhin gezeichneten Draufsicht! Wichtig ist, die Richtungen der einzelnen Teile zu erfassen. Sie können Ihr Studienblatt ruhig skizzenhaft halten. Wenn es hilfreich ist, zeichnen Sie zusätzliche Richtungspfeile ins Bild. Wenn Sie üben, sollten Sie Geduld mit sich haben! Die ersten Striche können mühsam sein und manchmal nicht so aussehen, wie von einem Künstler. Üben heißt aber auch immer sich verbessern. Bekanntlich, ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Sie werden sehen, wie schnell Sie Sicherheit im Umgang mit dem Bleistift bekommen, sodass der Pinsel nicht mehr weit entfernt ist.
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