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Lektion 4 - Pflanzen in Form und Struktur


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von Sylvia Kriese aus Zeitz O.T. Kayna (alle Beiträge von Sylvia)
Wie Sie sicherlich in den ersten Übungen gemerkt haben, ist es nicht ganz einfach, Pflanzen zu zeichnen. Manchmal ist man unzufrieden, weil man das Wesen der Pflanze noch nicht erfassen konnte.

Jede Pflanze ist anders und einzigartig. Man kann nur üben, schneller das Wesentliche auf den Punkt zu bringen. Eine gute Methode dafür ist es, sich mit Umrissen und Schattenräumen von Pflanzen zu beschäftigen.

Schattenformen


Eine komplizierte Form lässt sich ganz einfach reduzieren, indem wir sie uns als Schatten vorstellen. Erstaunlich ist, dass man eine Pflanze allein an ihrem Umriss oder Schatten erkennen kann. Befestigen Sie für unsere Schattenübung ein weißes Blatt Papier an einer senkrechten Oberfläche. Stellen Sie vor dieses Blatt eine Pflanze Ihrer Wahl. Richten Sie nun eine Lichtquelle direkt auf die Pflanze und schauen Sie, welche Schatten entstehen. Zeichnen Sie diesen Schatten erst mit Bleistift an der Wand vor und füllen Sie anschließend die Umrisse mit schwarzer Farbe. Fragen Sie Freunde, ob man erkennt, um welche Pflanze es sich handelt.
Die fortgeschrittenen Zeichner können auch mit einem kleinen Holzbrett, (welches mit Papier beklebt ist) in den sonnigen Garten gehen. Halten Sie das Brett mit dem weißen Papier hinter eine Pflanze und skizzieren Sie den Schatten, auf einem extra Papierbogen.
            
       

Formen und Raum

Menschen neigen dazu, Umrisse und Konturen zu sehen und nicht den Raum zwischen Körpern. Räumlichkeit zu untersuchen, kann uns ganz wichtige Aufschlüsse über das Wesen einer Pflanze geben. Außerdem vermittelt uns dieser Raum ein Gefühl für die Gesamtstruktur von Ästen, Zweigen und Blüten. Die Realität gibt uns vor, das sich Blätter überlappen oder kreuzen. Wenn wir zeichnen, dann sehen wir dieses komplizierte Gewirr lediglich als Netz oder Gitter (zweidimensional). Die folgenden beiden Übungen bringen Klarheit in das Gewirr.

Drucken Sie sich die Vorlage zu Übung 2 aus und nehmen Sie Kopierpapier zur Hand. Alternativ kann man die Übung auch mit Transparentpapier machen. Befestigen Sie mit Klebeband das Kopierpapier auf Ihrer Vorlage. Beginnen Sie oben links mit einem schwarzen Filzstift (oder Art-Pen), die Zwischenräume von Blüten und Blättern nachzumalen. Arbeiten Sie sich von links nach rechts vor und markieren Sie die ganz dunklen und ganz hellen Stellen mit schwarzer Farbe. Haben Sie die obere Hälfte des Blattes ausgefüllt, trennen Sie das Papier von der Vorlage. Legen Sie es auf weißen Hintergrund und versuchen Sie nach erkanntem Muster, die Struktur weiter zu zeichnen.
             
     

Machen Sie nun das Gleiche für die Vorlage Übung 3. Diesmal werden Sie feststellen, dass es sich vorwiegend um Blattstrukturen handelt.

  
        

Linien in Ansichten

Wir fertigen nun eine genaue Studie eines Winterbaumes oder eines toten Baumes an. Sie können sich dazu in die Natur begeben, oder die Vorlage (Übung 4) nutzen. Betrachten Sie den Verlauf der Äste. Stehen Sie horizontal oder vertikal vom Hauptstamm ab? Wo ist Ihr Ursprung? Beginnen Sie mit dem Stamm und zeichnen Sie locker dessen Verlauf. Nehmen Sie Nebenverläufe hinzu. Beachten Sie Strichstärken.
 


Für den Stamm und die Hauptäste ist es wichtig, wie die Schatten verlaufen. Suchen Sie Lichtpunkte und Schattenabschnitte, sodass Ihre zweidimensionale Darstellung trotzdem an Räumlichkeit gewinnt. Wir zeichnen zwar eine Struktur, aber die Zeichnung braucht dennoch den Bezug zur Lichtquelle und der Himmelsrichtung.

Betreiben Sie diese Studie genau. Wenn man das Prinzip der Verzweigung und Verjüngung verstanden hat, kann man es auf viele andere Baumarten anwenden.

Baumformen

Bevor man komplizierte Landschaften malt, macht man meist Proportions- und Positionsstudien. Üben Sie vereinfacht zu zeichnen. Wenn man eine Landschaft studiert ist es hilfreich, schnell einen skizzenhaften Stil anzuwenden. Haben Sie in der Vergangenheit verschiedene Baumformen analysiert, gelingt es Ihnen mit wenigen präzisen Strichen, das  Wesen eines Baumes zu beschreiben. Gehen Sie in die Natur und machen sie ganz reduzierte Zeichnungen.

Am Anfang der Reduktion steht meist das Detail. Wenn man weiß, wo sich der Schatten in einem Gewächs befindet, kann man ihn schnell und gezielt einsetzten. Als erste Anregung für diese Technik, drucken Sie sich die vierte Vorlage aus. Versuchen Sie mit wenigen Strichen den Raum und die Bäume im Raum zu erfassen. Wenn nötig, zeichnen Sie mehrere Male das gleiche Motiv, und probieren Sie aus, wie wenig Striche ein Bild eigentlich braucht!
 



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